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CO₂-Differenzvertrag oder Heat Auction CO₂-Differenzvertrag oder Heat Auction

CO₂-Differenzvertrag oder Heat Auction: Welches Instrument passt zu Ihrem Wärmeprojekt?

Dr. Andrea Puschhof
Principal Consultant
22 Oktober 2026

Die Gebotsrunde 2026 der CO₂-Differenzverträge ist abgeschlossen. Die nächste Runde wird für 2027 erwartet. Gleichzeitig öffnet im Dezember die Heat Auction des Innovation Fund. Für Unternehmen, die ihre Prozesswärme dekarbonisieren wollen, stellt sich deshalb jetzt die Frage: Welches Instrument passt?

Stand CO₂-Differenzverträge

  • Gebotsrunde 2026: 5. Mai bis 9. September 2026, insgesamt 21 Gebote. Die Zuschläge sind bis Ende 2026 geplant
  • Budget der Runde: bis zu 5 Mrd. €
  • Laufzeit 15 Jahre. Der Gebotspreis ist der Basis-Vertragspreis in € je vermiedener Tonne CO₂, einziges Zuschlagskriterium ist die Förderkosteneffizienz
  • Neu seit 2026: CCS/CCU sowie reine Industriedampf-Projekte sind förderfähig
  • Teilnehmen kann nur, wer zuvor das vorbereitende Verfahren durchlaufen hat. Die nächste Runde wird für 2027 erwartet, ein Termin ist noch nicht veröffentlicht

Zwei Instrumente, zwei Logiken

  • Laufzeit: Der CO₂-Differenzvertrag läuft 15 Jahre. Die Heat Auction zahlt eine feste Prämie über höchstens fünf Jahre.
  • Mechanismus: Der Differenzvertrag gleicht Mehrkosten gegenüber der konventionellen Referenz aus (CAPEX und OPEX) und ist zweiseitig. Die Heat Auction zahlt eine feste Prämie je vermiedener Tonne CO₂ in Höhe des eigenen Gebots.
  • Anwendungsbereich: Der Differenzvertrag zielt auf die Transformation ganzer Produktionsprozesse in energieintensiven Branchen in Deutschland. Die Heat Auction ist EWR-weit offen und fokussiert elektrifizierte, erneuerbare und nukleare Prozesswärme ab 3 MWth (im Niedertemperaturbereich ab 5 MWth).
  • Zeitplan: Die Heat Auction öffnet im Dezember 2026 und schließt im Februar 2027 (geplant). Der Differenzvertrag folgt voraussichtlich 2027, mit vorgeschaltetem Verfahren das bis Mitte Dezember geöffnet ist.

Was heißt das für Ihr Projekt?

Ein Wärmeprojekt mit kurzem Zeithorizont und überschaubarer Mehrkostenlücke kann in der Heat Auction gut aufgehoben sein. Bei einem Transformationsprojekt mit langfristig hohen Betriebsmehrkosten spricht vieles für den Differenzvertrag. Ob und wie sich Instrumente kombinieren lassen, muss im Einzelfall geprüft werden.

Unsere Empfehlung

Prüfen Sie vergleichend, ehrlich und transparent, bevor Sie sich festlegen. Die Grundlage dafür ist ein klares Projektkonzept mit belastbarer CO₂-Bilanz und Kostenrechnung. Beim Differenzvertrag ist der Gebotspreis der entscheidende Hebel, bei der Heat Auction ebenso. Beide verlangen eine saubere Kalkulation.

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